RöKo in Leipzig- „Neue Wege gehen“
Freitag, 03. Juni 2016
Info 06-16

Prof. Peter Landwehr, Hannover, lud zum 97. Deutschen Röntgenkongress vom 4. bis 7. Mai 2016 nach Leipzig – und viele kamen.

Das Motto des diesjährigen Röntgenkongress war mehrdeutig und verwies nicht nur inhaltlich auf  umfassende Neuorientierung: Eine neue Stadt, ein neuer Kongressort.

Der diesjährige Kongress wollte neue Wege in Diagnostik, Therapie und Versorgungsmanagement aufzeigen und diskutieren. Klinische Schwerpunktthemen standen dabei im Vordergrund: Wirbelsäulenerkrankungen, Mammadiagnostik, Ultraschall in der Radiologie sowie Fehler und Komplikationen in der Radiologie. Hierfür wurden neue Formate gewählt, auch die Einbindung des radiologischen Nachwuchses via der Hellsten Köpfe wurde erfolgreich fortgesetzt.

Prof. Montgomery und Prof. Landwehr  ( Photo DRG)

Als Gastredner der  Eröffnungsveranstaltung war Prof. Montgomery, geladen, der als Radiologe ein Heimspiel hatte. Im Vorfeld des nahenden Deutschen Ärztetages sprach er in seinem Highlight-Vortrag „NEUE WEGE IM GESUNDHEITSSYSTEM: HARAUSFORDERUNGEN, CHANCEN, RISIKEN“, auch ausführlich über die GOÄ/ GOÄneu und warb für das dringend benötigte Vertrauen – in ihn und die ärztliche Selbstverwaltung.

Bewährt hat sich auch die  Einbindung der MTRAs mit einem speziellen Fortbildungsprogramm. Es kommen ganze Praxen, vom Radiologen bis zur MTA, um sich fortzubilden. Eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) bestätigte aktuell erneut, dass in vielen Arztpraxen Fachkräftemangel herrscht.  Fast jede fünfte Praxis ist auf der Suche nach medizinischen Fachangestellten. So auch in der Radiologie.

BDR zieht positive Bilanz

Auch in Leipzig war der BDR wieder gut sichtbar.  An unserem Stand fanden die TeilnehmerInnen in  Frau Turlach und Frau Gauczynski an allen drei Tagen kompetente Ansprechpartnerinnen. Unterstützt wurden sie von unseren Kooperationspartnern. Experten von Dr. Starke Managementsysteme,  der  e.optimum AG und der AllianzKlinikRente waren vor Ort und stellten ihre Angebote vor.

Herzlichen Glückwunsch!

e.optimum hat während des Kongresses die Verlosung eines Erlebniswochenendes in Berlin durchgeführt. Das Ehepaar Dr. Rahn aus Villingen-Schwenningen hat gewonnen und kann sich nun auf ein schönes Erlebniswochenende mit einer kulturellen oder sportlichen Aktivität freuen.

Auch die „Sprechstunde“ von Dr. Detlef Wujciak war gut besucht. Er beantwortete  Mitglieder-Fragen vor Ort.

 

Röko 2016 in Zahlen

Ärzte: 3104                                                       

MTRA + MTRA-Schüler: 1531                    

Studenten: 368                                                                                             

Industrie: 1411                                               

Presse: 58                                                         

Sonstige: 280

Gesamt: 6752   

Die vom BDR mitverantworteten Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Radiologie in Klinik und Praxis“ waren allesamt gut besucht. Thematisch orientierten sich die einzelnen Sessions an zukunftsweisenden, berufspolitisch und praxisorientierten Fragestellungen zur Perspektive der radiologischen Berufsausübung  und der Vergütungssysteme. Prof. Helmberger hatte als Koordinator eine auf die aktuelle gesundheitspolitische Situation abgestimmte Themenauswahl getroffen. Ein „neuer  Weg“,  den wir auch in 2017 weitergehen werden.

Radiologie in Klink und Praxis – ein erfolgreiches Format

Nachfolgend dokumentieren wir einige der Veranstaltungen und danken den Referenten und Moderatoren für die Überlassung der Texte.

 

Was ändert sich mit der GOÄ Reform für mich?

Die GOÄ-Reform soll nach fast 30 Jahren eine  Anpassung des amtlichen Abrechnungssystems für Ärzte erzielen. Dabei sollen sowohl der Fortschritt der Medizin als  auch aktualisierte Bewertungsgrundsätze abgebildet werden. Radiologen im Krankenhaus sind ebenso wie in der Niederlassung davon betroffen. Der Berufsverband hat,  in Abstimmung mit der DRG, in den vergangenen Monaten die erforderlichen Vorgaben be- und die Legendierungsvorschläge ausgearbeitet und aktualisiert.  Dieses Ergebnis wurde exemplarisch vorgestellt.

RA Markus Henkel und Dr. Klaus Hamm suchten nach Antworten.

Bei Planung des Röntgenkongresses und Vorbereitung der Vorträge hatten wir die begründete Hoffnung, dass wir schon konkrete Ein- und Ausblicke auf die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und deren konkrete Auswirkungen in der Praxis  bieten könnten.

Leider hat sich dies nicht bestätigt, nach hektischer Betriebsamkeit der Bundesärztekammer zum Jahreswechsel 2015/16 hat der Vorstand der Bundesärztekammer das Projekt im April abrupt gestoppt.

Der zur endgültigen Abstimmung im BÄK-Vorstand vorgelegte Entwurf entsprach weder in der Legendierung noch insbesondere in der Bewertung den bereits zwischen Bundesärztekammer und PKV Verband bzw. den beteiligten Ländern abgestimmten und konsentierten Vorentwürfen.

Der Vortrag gibt deshalb (nur) einen Überblick über die bisherige Entwicklung der Arbeiten des Berufsverbands an der neuen GOÄ und erläutert im Detail einige besonders für Radiologen bedeutsame Vorschläge für den Paragraphenteil. In der geplanten Änderung des Paragraphenteils liegt einiger berufspolitischer Sprengstoff und diese stößt in weiten Teilen der ärztlichen Verbände auf – durchaus begründete- Ablehnung.

Zu Legendierung und Bewertung werden die Karten nun neu gemischt. Trotzdem gehen wir davon aus, dass die vom Berufsverband vorgelegten Formulierungen und Kalkulationen dazu auch weiterhin Basis der Gespräche zwischen den unmittelbar Beteiligten und dem Gesundheitsministerium sein werden. Für eine konkrete Darstellung diese Vorschläge ist es jedoch zu dem jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, die auf dem Kongress exemplarisch dargestellten Bewertungsvorschläge können wir deshalb an dieser Stelle nicht veröffentlichen.

Der BDR  wird sich weiterhin aktiv in die Verhandlungen einbringen und seine Mitglieder detailliert informieren, sobald die Struktur der novellierten GOÄ in ihren Grundzügen einigermaßen verlässlich absehbar ist.

Dr. Klaus Hamm, 2. Vorsitzender BDR, Chemnitz, RA Markus Henkel, München


 


Kauf und Verkauf von radiologischen Praxen

Aus der Klinik in die Praxis – vom angestellten zum selbstständigen  Radiologen (w/m) – da gilt es neben persönlichen Veränderungen auch eine Vielzahl betriebswirtschaftlicher und juristischer Aspekte sowohl am Anfang als auch am Ende der Selbständigkeit zu beachten.

 

Peter Goldbach, Sachverständiger für die Bewertung von Unternehmen im Gesundheitswesen und Geschäftsführer der VALMED GmbH und Markus Henkel, Fachanwalt für Medizinrecht und Geschäftsführer des BDR gaben in ihrem Vortrag einen Überblick über die Rahmenbedingungen eines Praxis- (Anteils)verkaufs für radiologische Praxen

Die vertragsärztliche Praxis bewegt sich im Spannungsfeld verschiedenster rechtlicher Vorgaben, die nicht immer miteinander in Einklang stehen. So beeinflussen rechtliche Vorgaben des Sozialgesetzbuches die Gestaltungen des Zivilrechts (=Gesellschaftsebene) ebenso, wie die steuerrechtlichen und arbeitsrechtlichen Vorgaben Einfluss finden. Künftig wird auch der Gesichtspunkt der strafrechtlichen Relevanz ärztlicher Kooperationen zu beachten sein, nachdem das zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen nach § 299a und 299b StGB noch im Sommer dieses Jahres in Kraft treten wird.

Von besonderer Bedeutung für die Praxisübertragung sind die am Vortag vor dem Röntgenkongress ergangenen Entscheidungen des Bundessozialgerichts, die künftig einen maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Übertragung der vertragsärztlichen Zulassung entfalten werden (vergleiche diese Ausgabe de RADIOLOGEN S. XY).

Die Referenten spannten den Bogen von ersten Vorvereinbarungen über die je nach Praxisumfang in unterschiedlicher Tiefe notwendige Prüfung der Praxisdaten (Due Diligence), weiter über die Kaufpreisermittlung bis hin zur Gestaltung des Nachbesetzungsverfahrens. Insbesondere die Neuregelung des § 103 Abs. 3a SGB V („Aufkauf von Arztpraxen“) verlängert das Nachbesetzungsverfahren und erfordert künftig in Kombination mit der neuen BSG-Rechtsprechung eine langfristigere strategische (Vor-)Planung bei der Praxisübergabe.

Unabhängig davon zeigt die aktuelle Rechtsprechung auf, dass bestehende Vertragsgestaltungen und Kooperationen spätestens alle zwei Jahre zum Check-up  einkehren sollten.

Dipl.Kfm. (FH) - M.A. - LL.M. Peter Goldbach,Sachverständiger für die Bewertung von Unternehmen im Gesundheitswesen, Hannover, RA Markus Henkel, BDR-Geschäftsführer, München


Auskömmliche Radiologie in der Zukunft?

Wohin steuert die Radiologie? Wird es in Zukunft noch möglich sein Radiologie in der Niederlassung betriebswirtschaftlich sinnvoll zu betreiben? Wie ändern sich die Bedingungen an den Krankenhäusern unterschiedlicher Größe und wo bleibt die viel beschworene Verzahnung von ambulantem und stationärem Bereich für die Radiologie?

Ein einleitendes Impulsreferat umriss die ökonomischen Bedingungen auskömmlicher Radiologie  und vier Radiologen - mit unterschiedlichen Klinik-und Praxiskonzeptionen – erläuterten die realen Arbeits-Bedingungen ihrer Einrichtungen.


Wohin steuert die Radiologie aus Sicht der universitären Radiologie (Prof. Stefan Schönberg)